Was geht im Kopf eines Smartphone-Wischers vor? Christine Nöstlinger ist ratlos

Geschrieben am 14. Oktober 2016 von Paul-Josef Raue.
Nöstlinger Maikäfer

Christine Nöstlingers beeindruckendster Roman: Die letzten Weltkriegstage aus der Sicht eines Mädchens.

Die österreichische Kinderbuch-Autorin Christine Nöstlinger, die gestern 80 wurde, traut sich nicht mehr zu, für 13- und 14-Jährige zu schreiben. Im Interview mit Tilman Spreckelsen von der FAZ sagt sie:

Menschen, die ihre Freizeit hauptsächlich damit verbringen, auf einem Smartphone herumzuwischen – ich kann mir nicht vorstellen, was in so einem Kopf vorgeht.

Verzweifelt ist sie ob der Bundespräsidenten-Wahl in Österreich:

Das Schreckliche ist ja: Jahrzehntelang haben wir geschimpft auf die Boulevardpresse, dass die Leute blöd macht. Aber jetzt haben wir ungefähr ein Drittel der Bevölkerung, das sich nicht mehr an der Boulevardpresse orientiert, sondern an den sozialen Medien.

Diese Leute bekämen immer nur das, was in ihr Weltbild passe. Resigniert endet die 80-Jährige: „Ich wüsste nicht, wie man auf diese Leute Einfluss nehmen kann.“

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Quelle: FAZ 13. Oktober 2016 „Politisch immer mehr so links gewesen“

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