Zehn Jahre nach dem Amoklauf von Erfurt
Der Amoklauf von Erfurt am 26. April 2002, ein Neunzehnjähriger erschießt zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Schulsekretärin, einen Polizisten und sich selbst. Wieder ein Jahrestag – zudem ein Jahrestag, der an einen Tiefpunkt des deutschen Journalismus mahnt. Auf der Jagd nach Gesichtern, Exklusiv-Geschichten und intimen Szenen haben Journalisten schwere Fehler gemacht, viele haben weder die unbeschreibliche Trauer der Opfer geachtet noch die Verwirrung der Kinder berücksichtigt, die beim Verlassen der Schule über ihre toten Lehrer steigen mussten.
Wie gehen Journalisten zehn Jahre danach mit dem Amoklauf, vor allem mit den Opfern um? Die Redakteure der „Thüringer Allgemeinen“ schreiben in einer großen Serie über die Interviews mit den Menschen, die den Amoklauf erleiden mussten – als Angehörige, Freunde der Opfer, Augenzeugen oder Helfer. In teilweise bewegenden Gesprächen spürten die Journalisten, dass zehn Jahre danach die Wunden noch nicht verheilt sind, die Verletzungen an der Seele weiter schmerzen.
Die Serie, die zur Zeit in der TA läuft, ist auch gebündelt als Buch erschienen, das am Dienstag nach Ostern in Erfurt vorgestellt wurde:
Hanno Müller und Paul-Josef Raue (Herausgeber): Der Amoklauf. 10 Jahre danach – Erinnern und Gedenken. Klartext-Verlag, Essen, 203 Seiten, 12,95 Euro
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