Studie: Kritische Journalisten stehen politisch links

Geschrieben am 7. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
Vinzens Wyss ist Journalismus-Professsor in Winterthur (Schweiz). Foto: Uni

Vinzenz Wyss ist Journalismus-Professsor in Winterthur (Schweiz). Foto: Uni

US-Präsident Trump sieht sich verfolgt von linken Journalisten. Ein Interviewer des Magazins „New Yorker“ fragte den neuen, jungen Verleger Sulzberger:

„Ist nicht die New York Times eine Zeitung, in der Journalisten arbeiten, die links von der Mitte sind? Ist der Ton der Zeitung nicht links von der Mitte?“

Nein, antwortete Sulzberger jr.,

„wir haben uns einer altmodischen Idee verschrieben und geben die Nachrichten wieder, ,ohne Furcht oder Gefallen‘ (without fear or favor). Dies hatte mein Ururgroßvater Adolph Ochs in unser erstes Leitbild geschrieben hat. Das bedeutet für mich, aggressiv über die Welt zu berichten, nach der Wahrheit zu suchen, wohin sie auch führt. Wir bemühen uns, jede Seite der Geschichte zu verstehen und fair zu vermitteln.“

Unter den fünf meistgeklickten Kolumnen dieses Handbuch-Blogs ist die vor fünf Jahren erschienene: „Das Herz von Journalisten schlägt weit links.“ Vor kurzem kam eine Umfrage unter Journalisten in der Schweiz zu einem ähnlichen Ergebnis; die Journalismus-Forscher Vinzenz Wyss und Filip Dingerkus hatten für die „SonntagsZeitung“ Daten einer internationalen Journalismus-Studie ausgewertet:

  • Journalisten bei Zeitungen, national wie lokal, bei Magazinen und privaten Sendern ordnen sich so ein: 62 Prozent als links,  24 Prozent als rechts.
  • Fast 70 Prozent aller Journalisten beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk SRG bezeichnen sich als links. 16 Prozent verorten sich in der politischen Mitte. Und 16 Prozent sehen sich als rechts.

In der Umfrage wurde nach der politischen Einstufung auf einer Skala von 0 bis 10 gefragt:  0 steht  für links, 5 für Mitte und 10 für rechts. Kein Journalist der SRG verortete sich rechts außen bei den Werten 9 und 10; 7,4 Prozent stehen links außen bei den Werten 0 und 1.

Professor Wyss kommentiert das für ihn wenig überraschende Ergebnis:

„Der Journalismus thematisiert gesellschaftliche Konflikte, Irritationen, und es werden herrschende Machtverhältnisse infrage gestellt. Vermutlich korreliert die journalistische Kritik- und Kontrollfunktion nun mal stärker mit einem linken gesellschaftspolitischen Gedankengut.“

Die Gefahr einer einseitigen Berichterstattung sieht Wyss nicht. Man müsse zwischen der Rolle des Journalisten und der Rolle des Bürgers unterscheiden. „Ein linker Profijournalist kann ja auch eine linke Politikerin aus Distanz und kritisch befragen.“ Und wenn linke Journalisten nur über „linke Anliegen“ schreiben würden, käme die SVP ja viel seltener in den Medien vor. „Aber die Partei versteht es eben, die Aufmerksamkeitslogik der Medien zu bedienen, also wird häufig über sie berichtet.“

Auch die SRG, vergleichbar der deutschen ARD, bleibt entspannt, zumindest sagt ein Sprecher: „In der täglichen Arbeit spielt die politische Meinung der Journalisten keine Rolle, denn die Leitlinien verpflichten sie zu Ausgewogenheit.“

 

Trendforscher Horx: „Apple, Amazon, Google und Facebook werden scheitern“

Geschrieben am 4. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. Foto: horx.com

Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. Foto: horx.com

Der Trend- und  Zukunftsforscher Matthias Horx sieht eine Renaissance der Zeitungen, zumindest der nationalen, die er „Qualitätszeitungen“ nennt. „Die Rache des Analogen“ sei zu spüren, „Digitalisierung wird übertrieben“, sagt er  in einem Interview mit der Nordwest-Zeitung (NWZ) zum Jahreswechsel,  „wir sind als Menschen analoge Wesen, zu viel Virtualität macht uns krank.“

Dagegen sieht er im Gespräch mit Jörn Perske dunkle Wolken über den  Zentralen der Digital-Giganten im Silicon-Valley aufziehen: Apple, Amazon, Google, Facebook und Uber werden, so Horx, in den nächsten Jahren in eine Krise geraten durch ihre Gier,  Monopole errichten zu wollen. „Daran werden sie scheitern. Es werden auch nicht 50 Prozent aller Jobs durch die Digitalisierung verschwinden – das ist Blödsinn.“

Die Menschen sehnen sich laut Horx nach Dingen zum Anfassen, nach Realität und schönem Design.

„Wir sind als Menschen analoge Wesen, zu viel Virtualität macht uns krank. Deshalb boomt schönes Papier und Lichtschalter, die „Klick“ machen.“

Die Digitalisierung werde abgelöst durch „Real-Digital“, einer Verbindung von dinglicher und digitaler Welt.

Von einem Trend der Gegenwart ließ sich der Zukunftsforscher überraschen: Der „grölende Populismus“ mit Trump und dem Brexit im Gefolge – und mit der AfD in Deutschland, die Horx aber nicht  verdrießlich stimmt.

„Man sieht einen Trend zur Gelassenheit. Viele Menschen verstehen inzwischen, dass es vor allem die Hysterien und Übertreibungen sind, die den bösartigen Populismus stärken. Man sieht auch, dass Deutschland nicht zusammenbricht, wenn es mal eine Zeit von Umorientierungen gibt und eine neue Regierung etwas dauert.“

Der schrille Ton in der Öffentlichkeit, die Übertreibungen, die jede Debatte zu einer Existenzfrage hochpeitschen, erzeugten allerdings den Eindruck, dass die Welt immer schlechter werde:

„Man hat das Gefühl, als ob aller Lärm der Welt gleich nebenan ist… Aber eigentlich ist das alles nur Zorn, Aufgeregtheit, leere Erregung. Dagegen hilft nur eine kluge Ignoranz, die nicht jeden Shitstorm ernst nimmt.“

 

Ein Synonym für Front: „Kontaktlinie“ (Zitat der Woche)

Geschrieben am 4. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
Der morgendliche Newsletter des Spiegel

Der morgendliche Newsletter des Spiegel

Außenminister Sigmar Gabriel ist zurzeit in der Ukraine, heute fährt er im Osten des Landes an die sogenannte Kontaktlinie, das ist, glaube ich, ein Synonym für Front. Euphemismus nennt man sowas.

Christiane Hoffmann aus dem Hauptstadt-Büro im Newsletter des Spiegel (Die Lage, 4. Januar 2018)

Vier wichtige Fragen in einem Vorstellungsgespräch

Geschrieben am 1. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.

Diese Fragen dürften Chefredakteure und Ressortleitern helfen, Redakteure und Mitarbeiter zu finden, die gut sind und vor allem in das Team passen. Sie hat David Walker, Chef einer Immobilienfirma, aus tausend Vorstellungsgesprächen gefiltert:

  1. Wie hat Sie das Arbeitsklima beim vorangegangenen Arbeitgeber motiviert oder nicht motiviert?

Sprecht der Bewerber auf Kommando schlecht über das alte Arbeitsverhältnis? Oder kann er dem schlimmsten Arbeitgeber etwas Gutes abgewinnen?

  1. Wie war der beste Chef, den Sie jemals hatten?

Mag er ein Arbeitsklima, das offen ist, und bei dem der Austausch mit dem Chef sehr wichtig ist? Oder bevorzugt er direkte Anweisungen und einseitige Kommunikation?

  1. Wie haben Sie in der Vergangenheit einen Konflikt mit einem Kollegen gelöst?

Kandidaten sind ehrlicher, wenn sie über eine reale Situation sprechen. Egal wie toll das Arbeitsklima ist: Konflikte wird es immer geben.

  1. Wie oft möchten Sie Feedback erhalten und wie?

Heißt Feedback eine Messung seiner Leistung? Oder geht es auch um zwischenmenschliche Beziehungen? Denkt er, dass einmal im Jahr völlig ausreicht? Oder will er wöchentlich Feedback?

 

Quelle: Valentina Resetarits, Business Insider,1. August 2017)

Politikers Bilder-Worte: „Sprachgirlanden“ und „PR-Geklingel“

Geschrieben am 28. Dezember 2017 von Paul-Josef Raue.
Ralf Stegner ist stellvertretender SPD-Vorsitzender. Foto: Frank Schwichtenberg / Wikipedia

Ralf Stegner ist stellvertretender SPD-Vorsitzender. Foto: Frank Schwichtenberg / Wikipedia

Wer nicht auf den Punkt kommt, wer um den heißen  Brei herumredet, der schmückt mit „Sprachgirlanden“. Diese Girlanden hat Ralf Stegner entdeckt, der SPD-Vizechef,  sonst als eher fürs Grobe zuständig. Als „Sprachgirlanden“ bezeichnet er Versuche von CDU-Politikern, einen Kompromiss zu finden für den Familiennachzug für Flüchtlinge.

Schnell zog sich Stegner aber von der poetischen Sprache zurück und sprach von „PR-Geklingel“ eines CDU-Politikers. Das passt besser.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 28. Dezember 2017

TV-Kritik: Kongeniale Dämlichkeit und Leberkäs-Semmel

Geschrieben am 27. Dezember 2017 von Paul-Josef Raue.
Herbert Knaup als Fugger in dem Fernsehfilm "Die Puppenspieler". Foto: ARD

Herbert Knaup als Fugger in dem Fernsehfilm „Die Puppenspieler“. Foto: ARD

Ein Verriß von Willi Winkler in der Süddeutschen Zeitung vom 27. Dezember 2017 und Antwort auf die Frage: Wovon träumt ein bekannter Schauspieler kurz vor der Drehpause?

Herbert Knaup als Fugger investiert, kauft, schmiert und verheiratet zwar tapfer, schaut aber dabei so desinteressiert, als wäre er mit dem Kopf nicht bei legendären Marktbeherrschungsplänen, sondern bei der Frage, wie er in der Drehpause an eine Leberkässemmel kommt.

Erwähnt sei auch der Zwischentitel:

Frauen werden an Pfähle gebunden. Die Dialoge sind von kongenialer Dämlichkeit

Zum ARD-Fernsehfilm am Mittwoch, 27. Dezember 2017 (und 2. Teil am Freitag): „Die Puppenspieler“

Spiegel-Chefredakteur: Ich verrate ungern Redaktionsinterna

Geschrieben am 26. November 2017 von Paul-Josef Raue.
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Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Foto: Spiegel

Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer. Foto: Spiegel

Erst lobt Chefredakteur Klaus Brinkbäumer in seinem Newsletter vier Redakteure (drei Männer und eine Frau), schreibt, welche Texte im neuen Spiegel herausragen, dann verrät er: „Ich verrate ungern Redaktionsinterna, das darf ich in meiner Rolle auch gar nicht.“ Und erzählt eine „Ausnahme“, in der er seine „wunderbar solidarischen Stellvertreter“ erwähnt (offenbar beim Spiegel erwähnenswert) – und erzählt eine dieser Anekdoten, die  nett sind, nur nett:

Der Russe Daniil Trifonov ist ein Wunderpianist. Er sieht etwas ungelenk aus, so schlaksig und am Flügel so krumm, und er schwitzt beim Spielen, weshalb die Tropfen auf die Tasten fallen, so dass man ständig fürchtet, er könne ausrutschen. Aber er kann Klavier spielen wie vielleicht ja wirklich noch keiner vor ihm; nichts wirkt unerreichbar für ihn.

Es gab in der Chefredaktion einen Running Gag: „Klaus hat Trifonov-Karten“. Mehr musste nämlich nicht gesagt werden, schon lachten meine wunderbar solidarischen Stellvertreter Susanne Beyer, Dirk Kurbjuweit und Alfred Weinzierl.

Grund: Gleich fünfmal hatte ich in den vergangenen drei Jahren Trifonov-Karten gekauft, konnte aber nicht ins Konzert gehen. Die Nachrichtenlage… dieser Termin in Berlin, jener Terroranschlag… Diesmal hatte ich es sogar vorher gewusst: Mittwochabend, das wird eng. Aber ich hatte die Karten gekauft, und selbstverständlich hatten Alfred, Dirk und Susanne gelacht. Dann scheiterte Jamaika, und wir zogen die SPIEGEL-Produktion vor – so entspannt (kurz vor Beginn) und so berauscht (nach fünf Minuten) saß ich noch nie in der Hamburger Laeiszhalle.

Frankreich verbietet Gender-Sprache: Verständlichkeit hat Vorrang

Geschrieben am 26. November 2017 von Paul-Josef Raue.
Edouard Philippe ist Frankreichs Premier. Foto: Regierung

Edouard Philippe ist Frankreichs Premier. Foto: Regierung

In Frankreich gibt es keine „geschlechtergerechte“ Sprache mehr, zumindest nicht in amtlichen Dokumenten und Schulbüchern, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Frankreichs Regierungschef Edouard Philippe wies die Ministerien in einem Rundschreiben an, keine Gender-neutralen Konstruktionen zu verwenden.

In Deutschland wird das große I (wie in SportlerInnen) oder das * (wie in Sportler*innen) auch in manchen amtlichen Dokumenten verwendet;  oder man verzichtet auf männliche Formen („Studierende“ ersetzen den Studenten und die Studentin).

„Pünktchen-Sprache“ und „Pünktchenwörter“ werden laut AFP Begriffe wie „député.e.s“ (Parlamentarier*innen) oder „électeur.rice.s“ (Wähler*innen) in Frankreich genannt.

Zuerst hatte sich die Académie française gegen die „inklusive Sprache“ ausgesprochen, nun beendete Premier Philippe die Debatte mit dem Hinweis:  Verständlichkeit und Klarheit der Sprache  haben Vorrang.

Quelle: Donau-Kurier

 

Der Braunschweiger Fotograf Thomas Ammerpohl ist tot: Greenpeace, Movimentos Ballett und WHO in Afrika

Geschrieben am 15. November 2017 von Paul-Josef Raue.
Der Fotograf Thomas Ammerpohl in Äthiopien, von Kindern umringt, denen er seine und ihre Bilder zeigt. Foto: Raue

Der Fotograf Thomas Ammerpohl in Äthiopien, von Kindern umringt, denen er seine und ihre Bilder zeigt. Foto: Raue

Der Braunschweiger Fotograf Thomas Ammerpohl ist am Montagabend gestorben (13. November 2017); Ende Mai hatte er mit vielen Freunden und Bekannten noch seinen 70. Geburtstag im „Deutschen Haus“ gegenüber vom Braunschweiger Dom gefeiert.

Ammerpohl war ein Fotograf in der Provinz, aber seine Professionalität war alles andere als provinziell. Er, im Harz geboren, mochte seine Heimat, das Braunschweiger Land; er arbeitete erst als Krankenpfleger und Zahntechniker, dann über Jahrzehnte regelmäßig für die „neue braunschweiger“ (nb), er ging zu Kaninchenzüchtern und Ordensverleihungen, zur Goldkonfirmation ebenso wie zum Kreisliga-Fußball – und war beliebt bei den Menschen, die wir gerne die „einfachen“  nennen. Er fotografierte stets frei – aus Überzeugung – für dpa und für Zeitungen, auch internationale.

Er beeindruckte die Leser der Braunschweiger Zeitung mit seinen Ballett-Fotos von den Movimentos-Festspielen in Wolfsburg und bekam dafür in Wien einen europäischen Zeitungspreis: „European Newspaper Award – Excellence“.

Er fühlte sich in der Welt zu Hause, fuhr mit seinem Freund, dem Domprediger Joachim Hempel, fotografierend durch das Morgenland, in dem das Abendland gegründet ist;  er reiste Dutzend Male durch Palästina, Syrien, Arabien, Afrika und den Kaukasus. Ihn faszinierten weniger die alten Steine als die Menschen, denen er begegnete. Immer hatte er ein Bündel einheimischer Geldscheine in der Tasche: Wenn er Menschen porträtierte, fragte erst um Erlaubnis und gab dann das Geld – ein Geschäft aus Respekt und auf Gegenseitigkeit.

Wo er saß, war er von Kindern umgeben: Er fotografierte sie und zeigte ihnen auf dem Display die Bilder, er ließ sie staunen und staunte selber. Zu Beginn seiner Laufbahn war er Anfang der achtziger Jahre Fotograf bei Greenpeace; in den neunziger Jahren und darüber hinaus dokumentierte er  Leprakranke im Senegal, beauftragt von der WHO.

Das Foto von Thomas Ammerpohl auf dem Cover des Buchs "Der Domprediger".

Das Foto von Thomas Ammerpohl auf dem Cover des Buchs „Der Domprediger“.

Auch in der Kultur, die ihn ein Leben lang faszinierte, waren es die Künstler, die ihn anzogen:  Zum einen beim Staatstheater Braunschweig, aber noch intensiver weltweit.  Mehr als hundert internationale Ballett- und Modern-Dance-Ensembles aus 18 Nationen engagierten ihn; er fotografierte bei Tanz- und Theaterfestivals in Amsterdam, Barcelona, Paris, London, Kasan, Moskau, St. Petersburg und Hamburg, Hannover, München, aber auch in New York – und vor allem beim Movimentos-Festival der Wolfsburger Autostadt von VW.

Auf Ausstellungen wurden seine Werke gezeigt, in Braunschweig, Hannover und Hamburg. Über eine Reihe von Ehrungen konnte er sich freuen: Silbermedaille der schönen Künste bei der Foto-Biennale in Mouscron/Belgien,  FIAP-Award-Goldmedaille und mehrfach Gold-, Silber- und Bronze beim Hasselblad Austrian Super Circuit in Linz/Österreich.

Auch die Bilder in dem Buch „Der Domprediger“ stammen von  Thomas Ammerpohl: Das große Interview zum Abschied von Joachim Hempel.

Die Beisetzung findet am Samstag, 18. November, um 11 Uhr auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof statt.

Journalisten und Manager sollten Leser und Zuchauer respektieren – oder?

Geschrieben am 15. November 2017 von Paul-Josef Raue.
Thomas Eberlein über seine Zielgruppe: fettleibig. Grafik: DWDL

Thomas Ebeling über seine Zielgruppe: fettleibig. Grafik: DWDL

Ein Journalist und Manager sollte die Menschen mögen, für die er arbeitet,  zumindest sollte er sie respektieren. Thomas Ebeling, Chef von „Pro 7-Sat1“ , sprach in einer Telefonkonferenz über seine Zielgruppe so, ins Deutsche übersetzt:

Es gibt Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen. Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert.

Es soll auch Zeitungs-Redakteure geben, nicht nur in den Feuilleton-Ressorts, die so über ihre Leser denken – und die sich wundern, wenn einige die Respektlosigkeit zurückgeben, abbestellen und von „Lügenpresse“ sprechen.

Quelle: DWDL / https://www.dwdl.de/nachrichten/64288/prosiebensat1chef_ebeling_lstert_ber_seine_zuschauer/

 

 

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