Burdas Digital-Zeitalter: Von Landwegen und Seewegen

Geschrieben am 20. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
1736 brachte der Brite Hermann Moll seinen "Atlas Mirror" heraus mit der Weltkarte und den vorherrschenden Seewinden. Grafik: Wikipedia

1736 brachte der Brite Hermann Moll seinen „Atlas Mirror“ heraus mit der Weltkarte und den vorherrschenden Seewinden. Grafik: Wikipedia

Im Interview zum 25-Jahr-Jubiläum von Focus vergleicht Verleger Hubert Burda das Gutenberg- mit dem Digital-Zeitalter: Gutenbergs System hatte einen Anfang und ein Ende, das digitale hat eine „Struktur der Gleichzeitigkeit, in der Text, Bilder, Musik und Film parallel kommunizieren“.

Burda nimmt die Metapher von den See- und Landwegen, um das Schicksal der traditionellen Medien zu beschreiben:

„Die Landwege sind nicht verschwunden, als vor 500 Jahren die neuen Seewege Europa mit der ganzen Welt verbanden. Und durch die neuen Seewege veränderten sich die alten Landwege, die nun zu den neuen Häfen führten. Land- und Seewege begannen sich zu ergänzen – ähnlich ist das heute auch mit den traditionellen Medien und den sozialen Netzwerken. Nur wer versteht, beide zusammen zu nutzen und zu verbinden, ist im neuen Medienzeitalter angekommen.“

Die digitale Medienwelt verändere auch den Journalismus – und die Ausbildung eines Verlegers:

„Ich würde einen Nachfolger heute nie mehr so ausbilden, wie mein Vater mich ausgebildet hat – also als Chefredakteur. Die Grundlagen für meine Kinder, die mit Snapchat und Instagram aufwachsen, sehe ich deshalb im Verstehen von Software und im Silicon Valley, wo sie oft unterwegs sind.“

Die dominante Stellung der Journalisten gibt es nach Burda nicht mehr, sie haben ihr Privileg verloren.

„Journalisten müssen mit großer Akribie Nachrichten identifizieren und ihre Geschichten so erzählen, dass die Leute genau wissen, wer der Absender ist und ob sie diesem Absender trauen können.“

So werde es auch immer Zeitschriften geben, wenn auch von 1600 vielleicht 1400 übrig bleiben. „Große Marken werden bleiben. Du kannst nicht immerzu online sein, denn Online ist kurz und schnell und zerfetzt. Du hast das Gefühl, dass du nie richtig zu Ende gelesen hast. Deshalb ist es etwas Schönes, ein Buch oder eine Zeitschrift zu lesen.“

Quelle: Focus 3/18

Christoph Waltz über den kleinen Mann ohne Geschichte

Geschrieben am 18. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
Deutschlands Hollywood-Star: Christoph Waltz. Foto: Philipp von Ostau / Wikipedia

Deutschlands Hollywood-Star: Christoph Waltz. Foto: Philipp von Ostau / Wikipedia

Jeder Mensch hat eine Geschichte, die man erzählen kann. Das könnte eine Reporter-Weisheit sein, vor allem Lokaljournalisten würden zustimmen.

 „Der kleine Mann aus Omaha verdient es überhaupt nicht, dass seine Geschichte erzählt wird – wenn es keine interessante Geschichte ist“, sagt dagegen Christoph Waltz, Deutschlands berühmtester Schauspieler, in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Wenn die Geschichte des kleinen Manns erzählenswert ist: „Ist er dann noch ein kleiner Mann?“, fragt Christoph Waltz. „Ist er nicht in dem Moment groß, in dem wir seine tolle Geschichte ins Zentrum einer Erzählung rücken?“

Christoph Waltz spielt eine Nebenrolle in dem Film von Alexander Payne: „Downsizing“; erzählt wird die Geschichte von Menschen, die auf 12 Zentimeter geschrumpft sind. Für Waltz ist der Film weniger ein Appell für mehr Umweltschutz, als

„eine Metapher für die menschliche Denkweise: Eigentlich sollte seit Kopernikus bekannt sein, spätestens aber seit der Aufklärung, dass der Mensch nicht das Maß aller Dinge ist. Gerade durch die digitale Revolution, bei der jeder Mensch in der Lage ist, seine Meinung überall öffentlich kundzutun, ohne dafür geradestehen zu müssen, neigen viele Menschen wieder dazu, sich für das Zentrum des Universums zu halten. Genau wie vor der Aufklärung.“

Waltz empfiehlt einen „wunderbaren Aufsatz von Wilhelm Reich aus den späten Vierzigern: Rede an den kleinen Mann“, in dem Reich zu einem Menschen, der sich machtlos fühlt, sagt: „Du bist nur klein, weil du dich klein machst. Die anderen, die du für groß hältst, sie sind genauso klein. Du bist derjenige, der sie als groß akzeptiert.“ Das sei das beste Mittel gegen die Machtlosigkeit – „Die anderen klein machen.“

Christoph Waltz liest offenbar viel, Geschichten über Größenwahn und Demut, Erfolg und Misserfolg – und empfiehlt Brechts „Leben des Galilei“: Der kleine Mönch sagt seinen Eltern die Wahrheit über die Welt.

„Sie hätten sich plötzlich aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit Gottes verstoßen gefühlt. All das Leid, die Mühsal, die Menschen willig ertragen haben, sind ohne einen Gott nur mehr unerträgliche Willkür.“

Quelle: Süddeutsche Magazin, 19. Januar 2018 „Maul halten und Hirn ein­schalten“

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Nachtrag:

Reporterlegende Kai Hermann («Wir Kinder vom Bahnhof Zoo») beschäftigte sich immer wider mit Außenseitern, berichtete aus Krisengebieten im Nahen Osten und über den jugoslawischen Bürgerkrieg. „Jeder Mensch ist eine Geschichte, das habe ich gelernt“, lautet sein Fazit. „Und: Gut und Böse gibt es nicht in der realen Welt.» (dpa, 24-1-18)

 

HSV-Vorsitzender zu Abendblatt-Reporter: Wegen schlechter Auflagen entlassen Sie Chefredakteur auch nicht“

Geschrieben am 11. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
Jahresempfang des Hamburger Abendblatt: Interview mit dem HSV-Vorsitzenden Bruchhagen. Foto: Screenshot Online-Video

Jahresempfang des Hamburger Abendblatt: Jens Meyer-Wellmann (rechts) interviewt den HSV-Vorsitzenden Heribert Bruchhagen. Foto: Screenshot Video

Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblatt, hat Humor und Sportsgeist. Online ist beim Hamburger Abendblatt ein Interview zu sehen, das Reporter Jens Meyer-Wellmann beim Jahresempfang mit dem HSV-Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen führte:

„Wie lange kann denn ein Trainer so weitermachen mit so schlechten Ergebnissen?“
Bruchhagens Antwort: „Genau so wie Ihr Chefredakteur.“
Reporter: „Der hat nur exzellente Ergebnisse.“
Bruchhagen:  „In der Tat? Die Auflagen sind gestiegen?“
Reporter: „Ich würde Ihnen nicht widersprechen.“
Bruchhagen: „Ich meine, dass sie gefallen sind.  Und deswegen entlassen Sie den Chefredakteur ja auch nicht.“

Kurios begann schon das Gespräch. Der Reporter begrüßte den „Präsidenten“, der erstaunte: „So ganz geballt kann Ihre Kompetenz nicht sein, ich bin nicht der Präsident.  Der Präsident arbeitet im Ehrenamt, der Vorstandsvorsitzende wird bezahlt.“

Medien und ihr moralisierendes Skandalisieren

Geschrieben am 11. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
0 Kommentare / Geschrieben am 11. Januar 2018 von Paul-Josef Raue in Aktuelles, M. Presserecht und Ethik, Recherche.
Der Schriftsteller Bernhard Schlink. Foto: Alberto Venzago - Diogenes Verlag

Der Schriftsteller Bernhard Schlink. Foto: Alberto Venzago – Diogenes Verlag

Heute würde Olga über die Medien spotten, die das Recherchieren verlernt und durch moralisierendes Skandalisieren ersetzt haben.

Bernhard Schlink in seinem neuen Roman „Olga“ über eine beeindruckende Frau, die das vergangene Jahrhundert gelebt hat bis zur Neige – erst in Pommern als einfache Frau, die einen Gutsherrn liebte, aber nicht heiraten durfte, der in der Kolonie Ostafrika diente und auf einer Polarexpedition verschollen blieb. Olga wurde taub, blieb nach der Flucht in Heidelberg und fand manches, als zu groß geraten  – wie Bismarck, aufbegehrende Studenten und moralisierende Medien.

Verlagsmanagers Klage und Furcht: Journalisten wollen keine Veränderung

Geschrieben am 10. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.

„Aber welcher Mensch ist schon lernfähig? Ich jedenfalls nicht“,

schreibt der Sportredakteur einer Regionalzeitung in einer Glosse. Er thematisiert allerdings  nicht die Unlust von Redakteuren, sich weiterzubilden, sondern fehlende dicke Socken. Beim Spanien-Trainingslager von Bundesliga-Fußballern „überrascht“ ihn ein Wintereinbruch – wie vor einem Jahr.

Die Lern-Unlust ihrer Redakteure beklagen die Verlagsmanager aus 29 Ländern laut einer Studie des „Reuters Institute for the Study of Journalism“ der Universität von Oxford. Egoismus und mangelnde Bereitschaft  zum Wandel seien die Gründe. Ein Verleger aus den USA:

„Dafür, dass so viel über Veränderung geredet wird, findet erstaunlich wenig Veränderung statt.“

Jeder dritte Manager sieht in der Unlust, Veränderungen zu akzeptieren, eine größere Gefahr als in der Machtpolitik von Google & Co.

Quelle: Süddeutsche Zeitung 10. Januar 2018

Studie: Kritische Journalisten stehen politisch links

Geschrieben am 7. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
Vinzens Wyss ist Journalismus-Professsor in Winterthur (Schweiz). Foto: Uni

Vinzenz Wyss ist Journalismus-Professsor in Winterthur (Schweiz). Foto: Uni

US-Präsident Trump sieht sich verfolgt von linken Journalisten. Ein Interviewer des Magazins „New Yorker“ fragte den neuen, jungen Verleger Sulzberger:

„Ist nicht die New York Times eine Zeitung, in der Journalisten arbeiten, die links von der Mitte sind? Ist der Ton der Zeitung nicht links von der Mitte?“

Nein, antwortete Sulzberger jr.,

„wir haben uns einer altmodischen Idee verschrieben und geben die Nachrichten wieder, ,ohne Furcht oder Gefallen‘ (without fear or favor). Dies hatte mein Ururgroßvater Adolph Ochs in unser erstes Leitbild geschrieben hat. Das bedeutet für mich, aggressiv über die Welt zu berichten, nach der Wahrheit zu suchen, wohin sie auch führt. Wir bemühen uns, jede Seite der Geschichte zu verstehen und fair zu vermitteln.“

Unter den fünf meistgeklickten Kolumnen dieses Handbuch-Blogs ist die vor fünf Jahren erschienene: „Das Herz von Journalisten schlägt weit links.“ Vor kurzem kam eine Umfrage unter Journalisten in der Schweiz zu einem ähnlichen Ergebnis; die Journalismus-Forscher Vinzenz Wyss und Filip Dingerkus hatten für die „SonntagsZeitung“ Daten einer internationalen Journalismus-Studie ausgewertet:

  • Journalisten bei Zeitungen, national wie lokal, bei Magazinen und privaten Sendern ordnen sich so ein: 62 Prozent als links,  24 Prozent als rechts.
  • Fast 70 Prozent aller Journalisten beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk SRG bezeichnen sich als links. 16 Prozent verorten sich in der politischen Mitte. Und 16 Prozent sehen sich als rechts.

In der Umfrage wurde nach der politischen Einstufung auf einer Skala von 0 bis 10 gefragt:  0 steht  für links, 5 für Mitte und 10 für rechts. Kein Journalist der SRG verortete sich rechts außen bei den Werten 9 und 10; 7,4 Prozent stehen links außen bei den Werten 0 und 1.

Professor Wyss kommentiert das für ihn wenig überraschende Ergebnis:

„Der Journalismus thematisiert gesellschaftliche Konflikte, Irritationen, und es werden herrschende Machtverhältnisse infrage gestellt. Vermutlich korreliert die journalistische Kritik- und Kontrollfunktion nun mal stärker mit einem linken gesellschaftspolitischen Gedankengut.“

Die Gefahr einer einseitigen Berichterstattung sieht Wyss nicht. Man müsse zwischen der Rolle des Journalisten und der Rolle des Bürgers unterscheiden. „Ein linker Profijournalist kann ja auch eine linke Politikerin aus Distanz und kritisch befragen.“ Und wenn linke Journalisten nur über „linke Anliegen“ schreiben würden, käme die SVP ja viel seltener in den Medien vor. „Aber die Partei versteht es eben, die Aufmerksamkeitslogik der Medien zu bedienen, also wird häufig über sie berichtet.“

Auch die SRG, vergleichbar der deutschen ARD, bleibt entspannt, zumindest sagt ein Sprecher: „In der täglichen Arbeit spielt die politische Meinung der Journalisten keine Rolle, denn die Leitlinien verpflichten sie zu Ausgewogenheit.“

 

Trendforscher Horx: „Apple, Amazon, Google und Facebook werden scheitern“

Geschrieben am 4. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. Foto: horx.com

Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx. Foto: horx.com

Der Trend- und  Zukunftsforscher Matthias Horx sieht eine Renaissance der Zeitungen, zumindest der nationalen, die er „Qualitätszeitungen“ nennt. „Die Rache des Analogen“ sei zu spüren, „Digitalisierung wird übertrieben“, sagt er  in einem Interview mit der Nordwest-Zeitung (NWZ) zum Jahreswechsel,  „wir sind als Menschen analoge Wesen, zu viel Virtualität macht uns krank.“

Dagegen sieht er im Gespräch mit Jörn Perske dunkle Wolken über den  Zentralen der Digital-Giganten im Silicon-Valley aufziehen: Apple, Amazon, Google, Facebook und Uber werden, so Horx, in den nächsten Jahren in eine Krise geraten durch ihre Gier,  Monopole errichten zu wollen. „Daran werden sie scheitern. Es werden auch nicht 50 Prozent aller Jobs durch die Digitalisierung verschwinden – das ist Blödsinn.“

Die Menschen sehnen sich laut Horx nach Dingen zum Anfassen, nach Realität und schönem Design.

„Wir sind als Menschen analoge Wesen, zu viel Virtualität macht uns krank. Deshalb boomt schönes Papier und Lichtschalter, die „Klick“ machen.“

Die Digitalisierung werde abgelöst durch „Real-Digital“, einer Verbindung von dinglicher und digitaler Welt.

Von einem Trend der Gegenwart ließ sich der Zukunftsforscher überraschen: Der „grölende Populismus“ mit Trump und dem Brexit im Gefolge – und mit der AfD in Deutschland, die Horx aber nicht  verdrießlich stimmt.

„Man sieht einen Trend zur Gelassenheit. Viele Menschen verstehen inzwischen, dass es vor allem die Hysterien und Übertreibungen sind, die den bösartigen Populismus stärken. Man sieht auch, dass Deutschland nicht zusammenbricht, wenn es mal eine Zeit von Umorientierungen gibt und eine neue Regierung etwas dauert.“

Der schrille Ton in der Öffentlichkeit, die Übertreibungen, die jede Debatte zu einer Existenzfrage hochpeitschen, erzeugten allerdings den Eindruck, dass die Welt immer schlechter werde:

„Man hat das Gefühl, als ob aller Lärm der Welt gleich nebenan ist… Aber eigentlich ist das alles nur Zorn, Aufgeregtheit, leere Erregung. Dagegen hilft nur eine kluge Ignoranz, die nicht jeden Shitstorm ernst nimmt.“

 

Ein Synonym für Front: „Kontaktlinie“ (Zitat der Woche)

Geschrieben am 4. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.
Der morgendliche Newsletter des Spiegel

Der morgendliche Newsletter des Spiegel

Außenminister Sigmar Gabriel ist zurzeit in der Ukraine, heute fährt er im Osten des Landes an die sogenannte Kontaktlinie, das ist, glaube ich, ein Synonym für Front. Euphemismus nennt man sowas.

Christiane Hoffmann aus dem Hauptstadt-Büro im Newsletter des Spiegel (Die Lage, 4. Januar 2018)

Vier wichtige Fragen in einem Vorstellungsgespräch

Geschrieben am 1. Januar 2018 von Paul-Josef Raue.

Diese Fragen dürften Chefredakteure und Ressortleitern helfen, Redakteure und Mitarbeiter zu finden, die gut sind und vor allem in das Team passen. Sie hat David Walker, Chef einer Immobilienfirma, aus tausend Vorstellungsgesprächen gefiltert:

  1. Wie hat Sie das Arbeitsklima beim vorangegangenen Arbeitgeber motiviert oder nicht motiviert?

Sprecht der Bewerber auf Kommando schlecht über das alte Arbeitsverhältnis? Oder kann er dem schlimmsten Arbeitgeber etwas Gutes abgewinnen?

  1. Wie war der beste Chef, den Sie jemals hatten?

Mag er ein Arbeitsklima, das offen ist, und bei dem der Austausch mit dem Chef sehr wichtig ist? Oder bevorzugt er direkte Anweisungen und einseitige Kommunikation?

  1. Wie haben Sie in der Vergangenheit einen Konflikt mit einem Kollegen gelöst?

Kandidaten sind ehrlicher, wenn sie über eine reale Situation sprechen. Egal wie toll das Arbeitsklima ist: Konflikte wird es immer geben.

  1. Wie oft möchten Sie Feedback erhalten und wie?

Heißt Feedback eine Messung seiner Leistung? Oder geht es auch um zwischenmenschliche Beziehungen? Denkt er, dass einmal im Jahr völlig ausreicht? Oder will er wöchentlich Feedback?

 

Quelle: Valentina Resetarits, Business Insider,1. August 2017)

Politikers Bilder-Worte: „Sprachgirlanden“ und „PR-Geklingel“

Geschrieben am 28. Dezember 2017 von Paul-Josef Raue.
Ralf Stegner ist stellvertretender SPD-Vorsitzender. Foto: Frank Schwichtenberg / Wikipedia

Ralf Stegner ist stellvertretender SPD-Vorsitzender. Foto: Frank Schwichtenberg / Wikipedia

Wer nicht auf den Punkt kommt, wer um den heißen  Brei herumredet, der schmückt mit „Sprachgirlanden“. Diese Girlanden hat Ralf Stegner entdeckt, der SPD-Vizechef,  sonst als eher fürs Grobe zuständig. Als „Sprachgirlanden“ bezeichnet er Versuche von CDU-Politikern, einen Kompromiss zu finden für den Familiennachzug für Flüchtlinge.

Schnell zog sich Stegner aber von der poetischen Sprache zurück und sprach von „PR-Geklingel“ eines CDU-Politikers. Das passt besser.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 28. Dezember 2017

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