First Ladys mögen die Bildzeitung

Geschrieben am 19. März 2012 von Paul-Josef Raue.
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Wem gab die neue First Lady ihr erstes exklusives Interview? Der Bildzeitung. In der Sonntagsausgabe sagte die Redakteurin aus Nürnberg, Lebensgefährtin des gerade gewählten Bundespräsidenten, vor ihrem ersten großen Auftritt:

„Wenn ich es rechtzeitig zurückbekomme, ziehe ich ein graues Kostüm an. Das hatte ich auch erst zweimal an. Ich finde, das gilt dann noch als neu.“

(zu: Handbuch-Kapitel 35: „Der Boulevard-Journalismus“)

NZZ legt Online- und Zeitungsredaktionen zusammen

Geschrieben am 15. März 2012 von Paul-Josef Raue.
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Die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) legt die Zeitungs- und Online-Redaktionen zusammen, meldet die Nachrichtenagentur APA. Die Ressortleiter der Zeitungsredaktion sind künftig auch für das Online-Angebot verantwortlich.
Diese Entscheidung unterstreicht die Aussage in unserem Handbuch: „Zwei komplett getrennte Redaktionen sind weniger sinnvoll und unbezahlbar bei Tageszeitungen. Da die getrennten Redaktionen dieselben Informationen sichten, haben fast alle Regionalzeitungen die Planung und Auswahl für Zeitung und Internet am Newsdesk konzentriert.“ (Seite 33)

(zu: Handbuch-Kapitel 7 „Die Online Redaktion“)

Neue Domain: www.journalismus-handbuch.de

Geschrieben am 15. März 2012 von Paul-Josef Raue.
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Dieser Blog läuft nun auch unter der Domain „journalismus-handbuch.de“ und nicht mehr nur unter „journalisten-handbuch.de“. Die Domain, die zum Handbuch am besten passte (eben „journalismus-handbuch“), gehörte dem Freundeskreis der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung Bautzen e.V.. Er hat uns die Domain unkompliziert abgegeben.

Ulli Schönbach, Vorsitzender des Freundeskreises, ist Redaktionsleiter der Sächsischen Zeitung in Bautzen; er hatte sich die Domain gesichert. Er schrieb mir zu seinem Motiv:

„Das Projekt, das ich damals im Sinn hatte, war ein Newsletter, der Journalisten über neue praxisnahe Fachbücher informiert. Ich arbeite seit fast zehn Jahren als Redaktionsleiter für die Sächsische Zeitung in Bautzen. Dabei habe ich immer wieder eines festgestellt: Viele Kollegen fordern lautstark Training und Seminare, lassen aber die einfachste Möglichkeit der Weiterbildung ungenutzt. Ein Buch zu lesen, das empfiehlt man höchstens den Volontären.

Dies liegt nach meiner Erfahrung auch daran, dass es zwar viele Neuerscheinungen zu unserem Berufsfeld gibt , aber kaum Orientierungshilfen. Auch die Fachzeitschriften helfen oft nicht weiter. Wem nützen Aussagen wie „richtet sich ebenso an Berufsanfänger wie an erfahrene Redakteure“? Ich habe dieses Projekt leider nicht weiterverfolgen können.“

Es gibt eine ausführliche Literaturliste im Anhang unseres Handbuchs. So greifen wir diese Anregung von Ulli Schönbach gerne auf und freuen uns auf Buch-Hinweise von Leserinnen und Lesern unseres Blogs. Ein neues Buch haben wir schon ausführlich vorgestellt: Henning Noskes „Journalismus“. Erwünscht sind auch Hinweise auf ältere Bücher

Einige Infos zum „Freundeskreis“, dessen Vorsitzender Ulli Schönbach ist:

In Bautzen lebte Gregorius Mättig zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges als Ratsherr und Mediziner. Geprägt durch diese Erfahrung gründete er eine Stiftung zur Förderung von Bildung und Wissenschaft. Von seinem Tod im Jahr 1650 an bestand diese fast 300 Jahre.
Aufgelöst wurde sie erst 1949 durch Befehl der Sowjetischen Militäradministration. Bis zu diesem Zeitpunkt ermöglichte Mättigs Erbe mehr als tausend jungen Menschen aus Sachsen und Schlesien ein Studium oder den Schulbesuch.

Seit 2007 knüpft eine neue Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung an diese herausragende Tradition an. Ins Leben gerufen wurde sie von Nachfahren des einstigen Stiftungsgründers. Seit dem vergangenen Jahr wird die Stiftung durch den Freundeskreis unterstützt.

Wichtigste Projekte von Stiftung und Verein sind die jährliche Vergabe eines Stipendiums für einen jungen Wissenschaftler sowie die Förderung von Projekten an Bautzener Schulen. So wurden bereits der Aufbau einer Schulbibliothek an einer Grundschule und ein umfassendes Bewerbungstraining für die Schüler einer Abendmittelschule finanziert.

Wer den Freundeskreis der Dr.-Gregorius-Mättig-Stiftung e.V. unterstützen möchte:
Konto 100 000 4941
BLZ 855 500 00 (Kreissparkasse Bautzen)

Web- und Mailadresse:
www.freundeskreis-maettigstiftung.de
buero-schoenbach@online.de

 

(zu: Handbuch-Kapitel Service A „Literatur“)

Mediengetrommel gegen „das Internet“ nervt

Geschrieben am 14. März 2012 von Paul-Josef Raue.
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„Warum denn überhaupt zwischen digitaler und medialer Öffentlichkeit unterscheiden?“, fragt Raphael Raue, Philosoph und der Designer dieser Seite, in einem Kommentar, der hier besonders hervorgehoben sein soll:

„Das Internet ist doch mittlerweile ebenso ein gewichtiger Teil unseres Lebens, wie es Zeitungen, Stammtische und Meinungsverschiedenheiten in Versammlungen sind. Diese Unterscheidung macht doch einfach keinen Sinn mehr. Ebensowenig wie es „das Internet“ gibt, gibt es doch auch nicht „die Medien“. Die Bild ist nicht zu vergleichen mit Geo oder dem Goldenen Blatt. TV Spielfilm will etwas anderes als die Süddeutsche. Eine Regionalzeitung etwas anderes als Cicero oder die Titanic.

Die Medien sind ein ebenso nutzloser Überbegriff wie das Internet. Twitter, Facebook, Blogs sind die Ansammlung eine ebenso großen Komplexität wie Zeitungen, Magazine und Einwurfsendungen. Viel Müll dabei und etwas Glanz.

Was sich geändert hat sind die Lernpraxen, die man braucht um Müll und Glanz zu uneterscheiden. Reichte es mal, die „richtige“ Zeitung zu abonnieren, muss man auf Twitter, Facebook und Blogs eben sehr viel genauer auswählen. Und die Grundlage, um dort informiert zu sein, sind meist eben doch noch „Medien“. Also Spon und Konsortien. Aber der Mix verschiebt sich. Auch die Art der Informationsaufnahme verschiebt sich. Aber dadurch verschiebt sich nichts hin zu einem Entweder-oder.

Mediengetrommel gegen „das Internet“ nervt tatsächlich, aber nicht weniger die mit einigem Antrieb wöchentlich durchs Dorf getriebenen Säue, mit denen man sich online beweisen versucht, dass man doch etwas erreichen kann. Kann man, dafür braucht man keine Kampagnen. Man brauchte auch nicht die Wulff-Demission, um zu wissen, dass Bild eindeutig Einfluss auf Politik und öffentliche Meinung hat. Und auch das hat genervt.

Vielleicht wäre es deshalb ratsam, wegzukommen von einem Streit, der in sich weder weiterführt, noch irgendein unterscheidendes Argument überhaupt hervorbringen kann – und sich hinzuwenden zur Überlegung, was mediale richtige mediale Praxen sind und welche eben nicht richtig sind. Kampagnen sind es wohl weniger. Meinungen sind wichtig, auf Twitter, Blogs und in Leitartikeln. Sie müssen aber als solche gekennzeichnet sein. Fakten und Tatsachen sind richtig und wichtig, können aber auch keine Kampagne rechtfertigen etc. Daraus entstehen doch die eigentlichen Probleme.

Dem Streit zwischen Netz und Medien liegt eine vollständig falsche Prämisse zugrunde: das Internet ist ein Medium. Ist es nicht! Und deshalb kann es auch kein besseres oder schlechteres oder irgendwie unterscheidbares Medium sein. Denn das Internet ist ein Medium des Mediums. Alle bisher bekannten Medien sind in ihm aufgehoben. Radio, Fernsehen, Print, Stammtisch, Pranger, Forum, Marktplatz etc. Das Internet ist auch kein Werkzeug mehr, es ist vielmehr ein Teil von uns geworden. Das Stichwort hier wäre: extended mind.

Eine wissenschaftlich mittlerweile recht fundierte Position, die in ihren Anfängen auf Heidegger und Husserl zurückgeht, zeigt auf, dass Werkzeuge zu Alltäglichkeiten und so zu uns selbst werden, die wir auch unsere Alltäglichkeiten und Gewohnheiten sind. Das Internet ist eine solche alltägliche Gewohnheit. Wir nutzen auch nicht mehr den Computer, um ins Internet zu gehen, sondern sind es ständig, mit Computer, Smartphone, Tablet, Netbook und Laptop. Wir sind (fast) immer online, und das Internet ist schon lange kein Medium mehr, das wir nutzen, denn diese Reflexion ist in der alltäglichen Gewohnheit aufgelöst.“

Schluss mit der „Quote“! – Friedhof der Wörter

Geschrieben am 12. März 2012 von Paul-Josef Raue.
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Wenn eine Frau, klug und zielstrebig, Karriere macht, sagt bestimmt einer: „Das ist die Quotenfrau“. So macht er sie klein; er will sagen: Nicht Leistung ist entscheidend für die Karriere, sondern das weibliche Gen.

Wer von der Quote spricht, der ist sich sicher: Es gibt schwache Menschen, die Hilfe brauchen. Frauen, in diesem Fall, werden als hilfsbedürftig angesehen wie Behinderte oder Einwanderer.

Die „Quote“, erniedrigt, beleidigt ¬ das Wort wohlgemerkt, nicht die politische Absicht. Sie gehört beerdigt, die „Quote“, wenn das Wort gekoppelt wird mit einer Menschengruppe wie Frauen oder Ostdeutsche („Quoten-Ossi“) oder Schwarze.

Der „Quoten-Schwarze“ tauchte beim Merkel-Dialog in Erfurt auf. Die Sonntagszeitung der „Frankfurter Allgemeine“ schrieb über die Teilnehmer im Kaisersaal: „Es gab einen Quotenschwarzen, eine Asiatin und zwei Kopftuchfrauen. Und viele Thüringer natürlich.“

Was wollte der Journalist sagen: „Der Quotenschwarze“ gehörte nicht in die Runde, weil in Thüringen kaum Ausländer leben; er ist auch kein Thüringer, weil ein Schwarzer nicht zu den „vielen Thüringern“ gehört.

So entehrend kann Sprache sein: Mit ein paar Wörtern werden Schwarze, Ausländer und Thüringer beleidigt und die Kanzlerin dazu, weil sie solche Leute eingeladen hat.
Also begraben wir die „Quote“ – und das Denken, das dahinter steckt, gleich mit.

(zu: Handbuch-Kapitel 11-16  „Schreiben und Redigieren“

Zitat der Woche: „Der Chefredakteur von BILD ist verrückt“

Geschrieben am 12. März 2012 von Paul-Josef Raue.
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Aus dem Brief von Franz Josef Wagner an das „BILD-Girl von Seite 1“ und Chefredakteur Kai Diekmann:

Wäre ich ein Gärtner, würde ich sagen, Du warst mein Forsythien-Strauch. Oft hatte ich Angst, dass Du dich erkältest, so nackt warst Du.

BILD will kein Girl AUF Seite 1 mehr drucken. Ich denke, der Chefredakteur von BILD ist verrückt. Wie kann er das Mädchen der Träume verbannen. Das Mädchen, das Eis lutscht, das in der Sonne lacht, im Meer plantscht.

Lieber Chefredakteur, mir fehlt dieses Mädchen auf Seite 1, das lebt, liebt.

(zu: Handbuch-Kapitel 35 „Der Boulevardjournalismus)

Leser kippen das BILD-Girl von Seite 1

Geschrieben am 11. März 2012 von Paul-Josef Raue.
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Was Leserbeiräte so alles bewirken können! „Viele Frauen – auch in den BILD-Leserbeiräten – hatten es sich immer gewünscht“, schreibt die Bildzeitung am Frauentag und verbannt das nackte Girl ins Innere des Blatts. Die Bildzeilen bleiben also, die „Bild“ als Gaga-Kult lobt:

„immer schräg, an den Haaren herbeigezogen, aberwitzig“.

 

(zu Handbuch-Kapitel 35 „Boulevardjournalismus“ und Kapitel 56 (Leserkonferenzen)

Nur geträumt: Wie Frank Plasberg mit Fehlern umgeht

Geschrieben am 8. März 2012 von Paul-Josef Raue.

Wie die New York Times vorbildlich mit Fehlern umgeht, davon berichtete Arthur S. Brisbane in „The Error Iceberg“,  in diesem Blog vorgestellt am 29. Februar.

Und wie geht Frank Plasberg mit Fehlern um? Ein Griff in den Zettelkasten brachte einen Artikel der FAZ-Sonntagszeitung ans Licht. Im „Teledialog ultra“ vom 27. Dezember 2009 steht unter der Überschrift „Nur geträumt“ ein längeres Zitat von Frank Plasberg , der – so der Traum – zu Beginn seiner Sendung „Hart, aber fair“ die vergangene Sendung reflektiert:

„Wir hatten uns der Pharma-Industrie gewidmet und dabei auch eine angebliche Wundersalbe gegen Neurodermitis vorgestellt. Wir sind dafür scharf angegriffen worden, und nach einer genauen Überprüfung muss ich Ihnen sagen: nicht zu Unrecht. Der Eindruck, den wir erweckt haben, dass zahlreiche wissenschaftliche Studien die Wirkung dieser Salbe bestätigen, war falsch.“

Dann folgt ein Satz,  auch nur geträumt:

„Zu meinem Verständnis von verantwortungsvollem, kritischem Journalismus, für den ich seit Jahren nicht zuletzt mit dieser Sendung stehe, gehört es auch, eigene Fehler einzuräumen, und deshalb wollen wir uns jetzt noch einmal eine Viertelstunde lang selbstkritisch mit dem Thema beschäftigen. Übrigens kann ich Ihnen versprechen, dass diesmal auch kritische Zuschauerkommentare in unserem Sendungsforum im Internet nicht gelöscht werden.“

Zu dieser Sendung von Frank Plasberg schrieb Stefan Niggemeier im FAZ-Fernsehblog. Im „Spiegel“ räumte Plasberg handwerkliche Fehler im Ablauf der Sendung ein.

 

 

Deutsche Bahn streicht den Journalistenrabatt

Geschrieben am 6. März 2012 von Paul-Josef Raue.

Am 15. April läuft der Journalistenrabatt für die „Bahncard 50“ aus. Seit acht Jahren bekamen alle, die einen Presseausweis vorweisen können, die Bahncard zum halben Preis.

Bettina Marchl, Leiterin Kundenbindung der Bahn, begründet die Streichung so:

„Nach eingehender Prüfung ist die Deutsche Bahn zu der Überzeugung gelangt, dass dieser Journalistenrabatt nicht mehr zeitgemäß ist: Nicht nur die Medienwelt hat sich grundlegend verändert, auch die gesellschaftliche Sicht der Dinge wandelt sich, ebenso die Diskussionen innerhalb des journalistischen Berufsstands.“

Schon seit Jahren, aber verstärkt während der Wulff-Affäre fragten Journalisten: Nehmen wir nicht  Vorteile an, für die wir Politiker tadeln? Beginnt Korruption nicht auch bei uns im Kleinen, etwa den Journalistenrabatten?

„Wir hoffen, dass unsere Entscheidung Ihr Verständnis findet“, beendet Bettina Marchl von der DB ihren Brief an die Journalistenrabatt-Kunden.

(zu: Handbuch-Kapitel 51 „Wie man in der PR arbeitet“ und 48ff „Presserecht und Ethik“)

„Nachvollziehen“ auf dem Friedhof der Wörter

Geschrieben am 5. März 2012 von Paul-Josef Raue.

Wie muss man sich die „nachvollziehbare Möglichkeit eines Beischlafs“ vorstellen? So stand es in einem Zeitungsbericht über eine Gerichtsverhandlung; der TA-Leser Heinz-Ulrich Görwitz aus Berka hat es ihn entdeckt.Er schreibt: „Kommt man da nicht auf den Gedanken, dass die Herren Rechtsgelehrten diesen besagten Beischlaf genüsslich virtuell nachvollzogen haben?“

„Nachvollziehen“ ist für den 89-jährigen Leser ein Unwort, zu begraben auf dem „Friedhof der Wörter“. Dort gehört es hin, in der Tat. Doch wir kommen an dem Wort in seiner eigentlichen Bedeutung nicht vorbei.

Gerade Richter müssten es wissen: Sie kennen den Vollzug als Kurzform für den Strafvollzug; der Vollzugsbeamte erscheint regelmäßig in den Gerichtssälen; sie erwarten eine Vollzugsmeldung, um zu erfahren, dass etwas, was sie angeordnet haben, auch wirklich „vollzogen“ wurde.

„Vollziehen“ bedeutet schlicht: machen. Der große sechsbändige Duden übersetzt es: „etwas verwirklichen, in die Tat umsetzen, ausführen“. So führt beispielsweise der Gerichtsvollzieher aus, was ein Richter angeordnet hat.

Nachvollziehen ist eine unsinnige Erweiterung von „vollziehen“ und kann nichts anderes bedeuten als: nachmachen, etwas kopieren. Das Modewort „nachvollziehen“ hat die Bedeutung ins Undeutliche verschoben und meint: nachempfinden, nachfühlen, einsehen, verstehen, kapieren, sich klar machen.“

„Ich kann das Attentat nicht nachvollziehen“, sagt ein Politiker. Wir hätten es ihm auch nicht zugetraut.

(Diese Kolumne erscheint, leicht verändert, in der Thüringer Allgemeinen vom 5. März 2012)

(Zu: Handbuch-Kapitel 16  „Lexikon unbrauchbarer Wörter“.)

 

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