Journalismus 21

Geschrieben am 3. Januar 2012 von Paul-Josef Raue.
0 Kommentare / Geschrieben am 3. Januar 2012 von Paul-Josef Raue in Aktuelles.

In der FAZ stehen die Leserbriefe – als „Briefe an die Herausgeber“ – auf den hinteren Seiten. Die Welt hat die Leserbriefe nach der Renovation 2010 auf die zweite Seite gestellt; bei der FAZ stehen auf der zweiten Seite die Pressestimmen.

Die meisten Journalisten nehmen am liebsten sich selber wahr.

Das Vertrauen in Journalisten

Geschrieben am 3. Januar 2012 von Paul-Josef Raue.
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Die Märkte trauen der Politik nicht. Die Bürger trauen der Politik nicht. Ein Dilemma? Nein, die Märkte können die Bürger nicht beeinflussen und nicht kontrollieren, aber die Politiker können sie beeinflussen.

Das Dilemma können die Journalisten lösen. Sie müssen den Bürgern klar machen, dass sie die Politik sind, sie die Politiker wählen, sie sich selber beteiligen können und einmischen, sie nicht machtlos sind, sondern mächtig. Macht setzt Wissen voraus, Einordnung von Informationen, Bereitschaft zum Gespräch und zur Debatte in der Gesellschaft. Dieses Wissen zu liefern ist Bring-Schuld der Redakteure; dies Wissen in Debatten münden zu lassen ebenso.

Die Premium-Auswahl

Geschrieben am 3. Januar 2012 von Paul-Josef Raue.
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Am Tag des großen Euro-Gipfels (am 9. Dezember 2011) liefen die Nachrichten im Minuten-Takt. Er sei abgestumpft von der Masse der Euro-Meldungen, zitiert der „Spiegel“ den Derivate-Händler Ben Koch an der New Yorker Wall Street: „Es gibt zu viel Gelaber.“

Statt Fakten gebe es Meinung.

„Was bleibt den Politikern anderes übrig, als eine positive Message an das Volk zu schicken, auch wenn sie sie nur so verpacken.“ (Spiegel 50, Seite 69, Link)

Radio, Fernsehen, Interview haben wenige Fakten, haben auch keine Chance zur Recherche, sie reihen Stellungnahme an Stellungnahme, Meinung an Meinung: Regierung sagt X, Opposition sagt Y, Experte A orakelt so, Experten B orakelt anders. All dies prasselt auf die Leser, Hörer und Zuschauer ungeordnet nieder.

Die Chance der Zeitung ist die Premium-Auswahl der Fakten, die Recherche und – stark unterschätzt – die Analyse. Gerade wenn’s unüberschaubar ist, sind Analysen hilfreicher als Kommentare; deshalb sind viele Leitartikel und Kommentare auch Mogelpackungen, sie sind Analysen, die sich als Meinung tarnen und so gerne auf schlüssige, an Fakten orientierte Begründungen verzichten.

Analysen müssen keine klare Meinung haben, sie müssen sich nicht auf eine Seite schlagen, sie können im Sowohl-Als auch verharren. Aber sie müssen Fakten und Einschätzungen so ordnen, dass sie dem Leser die Zuversicht gibt, die Welt gehe noch nicht unter und er wisse den Grund dafür.

Journalisten-Handbuch.de ist ein Marktplatz für journalistische Profis. Wir debattieren über "Das neue Handbuch des Journalismus", kritisieren, korrigieren und ergänzen die einzelnen Kapitel, Thesen und Regeln, regen Neues an, bringen gute und schlechte Beispiele und berichten aus der Praxis.

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  • Erwin Diers: …schon vergessen ?? Es ist schon sehr interessant, wie die jeweiligen Regierungen auf die Medien...
  • Lothar G. Kopp: Das mag ja sein. Dennoch ist die Kritik von Frau Lau alles andere als lau. Sie ist rational und nicht...
  • Lothar G. Kopp: Kompliment! Den Bemerkungen stimme ich in vollem Umfang zu. Sie entsprechen uebrigens den Kriterien...
  • Reeny: demonstrieren nein aber Fakten und Meinung, das Für und Wider sollte auf jeden Fall publiziert werden

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